ip

Das Schweizer Taschenmesser der Netzwerkbefehle unter Linux ist ip. Es ist so geschrieben, dass es mit Unterbefehlen funktioniert. Dazu gehört zum Beispiel ip link. Damit verwalten und überwachen Sie die Netzwerkverbindung. Mit ip addr managen Sie die IP-Adressen und mit ip route dementsprechend die Routing-Tabelle. Sie können zum Beispiel ip link show, ip addr show oder ip route show verwenden, um an die gewünschten Informationen zu kommen. Das sind der Zustand der Verbindung, sowie die Konfiguration von Adresse oder Router. Das Tool kann aber noch mehr. Mit ip addr add dev eth0 10.0.0.10/24 weisen Sie der Netzwerkschnittstelle eth0 temporär eine IP-Adresse zu.

Der Befehl ip bietet aber auch noch fortschrittlichere Optionen. Zum Beispiel können Sie mittels ip link set promisc die Netzwerkkarte temporär in den sogenannten Promiscuous-Modus versetzen. In diesem Zustand lassen sich alle Pakete in einem Netzwerk sammeln und nicht nur solche, die für die eigene MAC-Adresse (Media Access Control) bestimmt sind.

Ein Kommando von ip sieht in der allgemeinen Form wie folgt aus:

$ ip Optionen Objekt Kommando

Bei Objekt handelt es sich beispielsweise um link für Netzwerkschnittstellen, addr für IP-Adressen, route für Routen und so weiter. Der Befehl ip unterstützt neben den genannten noch mehrere andere Objekte – die Manpage des Tools (man ip) liefert weitere Details.

Im Kontext von ip ist ein Link-Objekt ein (physikalisches oder virtuelles) Netzwerkgerät. Die Details zu einer solchen Schnittstelle erhalten Sie mittels des Befehls ip addr show (Listing 1).

Listing 1

 

$ ip addr show dev eth0
2: eth0: <BROADCAST,MULTICAST,UP,LOWER_UP> mtu 1500 qdisc pfifo_fast qlen 1000
    link/ether 00:19:d1:a1:3e:b9 brd ff:ff:ff:ff:ff:ff
    inet 192.168.1.203/24 brd 192.168.1.255 scope global eth0
    inet6 fe80::219:d1ff:fea1:3eb9/64 scope link
       valid_lft forever preferred_lft forever

In den meisten Fällen liefert das Kommando show die grundlegenden Parameter zu einem angegebenen Objekt. Geben Sie kein solches explizit an, zeigt es die Informationen für alle betreffenden Objekte an. Zum Beispiel erhalten Sie mittels ip addr show Informationen zu den Adressen aller Netzwerkschnittstellen. Gegebenenfalls verwenden Sie list statt show. Das kommt der Vorstellung entgegen, dass das System Geräte eher auflistet als “zeigt”.

Die in Listing 1 gezeigte Form des Befehls ip addr arbeitet mit drei Parametern: show dev eth0. Das Kommando show arbeitet also als ein Befehl-im-Befehl mit den Argumenten dev eth0. Das zeigt, dass die Befehle mit Ip in der Regel etwas komplexer ausfallen als die Entsprechungen mit Ifconfig: Dort hieße derselbe Befehl einfach ifconfig eth0.

Möchten Sie eine virtuelle Schnittstelle eth0:1 hinzufügen, sieht der entsprechende Befehl wie folgt aus:

$ ip addr add 192.168.1.42 dev eth0:1

In diesem Fall dienen die Parameter 192.168.1.42 dev eth0:1 als Argumente für den Befehl add. Dieses Beispiel weist dem Gerät eth0:1 die IP-Adresse 192.168.1.42 zu. Den Ip-Befehl verwenden Sie auch zum Aktivieren und Deaktivieren von Schnittstellen:

$ ip link set up dev eth1

Hier kommt das Kommando set zum Einsatz. Die Befehle set und view gehören zum link-Objekt. Als Alternative für das Aktivieren einer Netzwerkschnittstelle bietet sich der Befehl ifup an. Dahinter verbirgt sich eigentlich ein Shellskript, welches das System beim Hochfahren aus der Datei /etc/init.d/network zum Aktivieren der Schnittstelle aufruft. Wie zu erwarten, gibt es auch ein Kommando ifdown, bei dem es sich jedoch lediglich um einen symbolischen Link auf Ifup handelt.

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